Das Leben bezeugen… in einer kranken Umwelt. Mache dich auf!
Bezeugt und öffentlich gemacht wird das Thema durch die junge Generation mit "Fridays for future". Dass der Klimawandel uns alle angeht – und nicht von der Hand zu weisen ist – das wird uns täglich deutlich: durch heißere Sommer, mehr Überschwemmungen, schmelzende Polarkappen, Dürreperioden und Hurrikans; davon berichten uns zahlreiche Dokumentationen und Nachrichten. Die Augen davor zu verschließen ist unmöglich – auch wenn es sich manch einer wünschen würde. Denn es wäre bequemer. Sich in allen Lebensdingen konsequent ressourcenorientiert und nachhaltig zu orientieren ist unglaublich schwierig. Das fängt beim Einkaufen an: Bio in Plastik verpackt, oder unverpackt und dafür kein Bio? Es ist anscheinend eine never ending story. Ich habe mal bei WWF für eine Umfrage auf alles verzichtet – und trotzdem war mein ökologischer Fußabdruck 1,5 Erden – ich war frustriert – habe ich gar keine Chance?
Klar habe ich eine Chance – indem ich bezeuge, dass Leben auch anders geht, indem ich mich aufmache, indem ich mit Wort und Tat versuche das System, die Gesellschaft, die Politik zu verändern. Ich will die Chance nutzen und etwas dafür tun, dass meine Familie und ich in einer gesunden Welt leben können.
Leben bezeugen in einer kranken Umwelt. Mache dich auf!
Die Enzyklika „Laudato si“- über die Sorge für das gemeinsame Haus - von Papst Franziskus (2015) handelt unter anderem von dem durch Treibhausgase verursachten Klimawandel. Kirche stellt sich damit vor allem auf die Seite derer, die heute schon am meisten zu leiden haben, sie setzt sich auch für Gerechtigkeit und strukturelle Änderungen ein. Dem zu Grunde liegt der Auftrag Gottes an den Menschen, für diese seine Schöpfung Sorge zu tragen:
„Gott, der Herr, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden,
damit er ihn bearbeite und hüte“ (Gen 2,15).
Die deutschen Bischöfe schreiben dazu in ihren zehn Thesen zum Klimawandel1:
„Die päpstliche Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si, das Übereinkommen von Paris zum Klimaschutz und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen fordern deshalb, wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu gestalten und mit sozialer wie ökologischer Gerechtigkeit zu verbinden. Für die Kirche geht es dabei nicht nur um Lösungsansätze für Probleme der weltweiten, intergenerationellen und ökologischen Gerechtigkeit, sondern zugleich um ein unverzichtbares Zeugnis für den Glauben an Gott, der das Heil aller Menschen und der ganzen Schöpfung will.“
„Gott, der Herr, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden,
damit er ihn bearbeite und hüte“ (Gen 2,15).
Das Leben bezeugen in einer kranken Umwelt. Mache dich auf.
Aufmerksam machen auf das, was wir machen können – nicht zu resignieren, im Kleinen wie im Großen. Einen eigenen Beitrag zu leisten, wie auch immer der aussehen mag. Für den einen ist es das Duschgel ohne Mikroplastik, für den anderen der Verzicht aufs Auto oder….Nicht jeder kann sein Leben radikal umstellen, wie einst ein Freund von mir, der ohne Geld lebt und nur das hat, was er zum Leben, zum Überleben, braucht. Nein, es geht vielmehr um eine innere Haltung, darum, einen Beitrag zu leisten, nicht wegzuschauen oder die Augen zu verschließen, sondern sich der Thematik zu stellen, dafür Sorge zu tragen, dass es unseren Kindern und Kindeskindern auf dieser Welt gut geht. Auch oder gerade deshalb, weil es sich so abgedroschen anhört.
Seit ich das Bild und den Slogan auf dem Banner gesehen habe, geistern mir zwei Lieder durch den Kopf, die nicht wortwörtlich, aber dennoch Gottes Auftrag an uns formulieren und in die Gesellschaft hineintragen: Es ist der „Earth Song“ von Michael Jackson und „ Es ist nicht deine Schuld“ von den Ärzten. Beide Lieder fordern uns dazu auf Sorge zu tragen für die Welt, für Gottes Schöpfung – sie bezeugen das Leben in einer kranken Welt. Aber irgendwann stirbt Leben in einer kranken Welt. Wenn wir uns aber aufmachen, dann wird aus der kranken Welt vielleicht wieder eine gesunde oder gesündere Welt.
Mache dich auf und werde Licht !
Mache dich auf und handle!
Mache dich auf und sorge dich!
Mache dich auf und….
Leben
Kranke Welt
Zeugnis, Verantwortung, Entscheidung
Mache dich jetzt auf
Leben
Lucia Grein, Pastoralreferentin
1 Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Zehn Thesen zum Klimaschutz. Ein Diskussionsbeitrag, Bonn, 2019 (die deutschen Bischöfe- Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, 48, S. 5-11),
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